1Wo sitzen induktive Geber im Auto?
BasiswissenDer induktive Drehzahlgeber ist einer der ältesten elektronischen Sensoren im Fahrzeug. Er ist einfach, robust und braucht keine Stromversorgung. Deshalb findet man ihn bis heute an vielen Motoren, auch wenn er an manchen Stellen vom Hallgeber abgelöst wurde. Tippe auf eine Karte, um mehr zu erfahren.
Ein induktiver Geber misst keine Position, sondern eine Bewegung. Nur wenn sich das Geberrad dreht, entsteht ein Signal.
2Das Induktionsprinzip
BasiswissenGrundlage ist die elektromagnetische Induktion, die Michael Faraday 1831 entdeckte: Ändert sich das Magnetfeld, das eine Spule durchsetzt, entsteht in der Spule eine Spannung. Entscheidend ist dabei nicht, wie stark das Feld ist, sondern wie schnell es sich ändert.
Im Drehzahlgeber sorgt das Geberrad für diese Änderung. Steht ein Zahn aus Eisen vor dem Sensor, kann das Magnetfeld leicht durch ihn hindurch, der magnetische Fluss in der Spule ist groß. Steht eine Lücke davor, muss das Feld durch Luft, und der Fluss wird kleiner. Während sich das Rad dreht, schwankt der Fluss ständig, und genau dabei wird Spannung induziert.
Vereinfachtes Lehrmodell mit acht Zähnen, in Zeitlupe dargestellt. Halte das Rad an und dreh es mit den Pfeilen: Der Fluss ändert sich zwar, aber so langsam, dass praktisch keine Spannung entsteht.
Achte im Simulator auf zwei Dinge. Die Spannung ist genau dann null, wenn der Fluss gerade am größten oder am kleinsten ist, also wenn ein Zahn oder eine Lücke mittig vor dem Sensor steht. Am größten ist sie an den Zahnflanken, wo sich der Fluss am schnellsten ändert. Und je schneller das Rad dreht, desto höher wird die Spannung.
Induzierte Spannung entsteht nur durch eine Änderung des Magnetflusses. Zahn mittig vor dem Sensor: Spannung null. Zahnflanke vor dem Sensor: Spannung am größten.
3Aufbau des Sensors
BasiswissenEin induktiver Drehzahlgeber enthält keine Elektronik. Er besteht aus wenigen Teilen, die in ein Kunststoff- oder Metallgehäuse eingegossen sind:
- Dauermagnet: erzeugt das Magnetfeld, das durch Sensor und Geberrad verläuft.
- Weicheisenkern (Polstift): leitet das Feld bis an die Sensorspitze und bündelt es dort.
- Spule: eine Wicklung aus sehr dünnem Kupferdraht mit vielen Windungen um den Kern. In ihr wird die Spannung induziert.
- Anschlussleitung: meist zwei Adern, häufig mit Abschirmung gegen Störungen.
Der Sensor sitzt mit einem kleinen Luftspalt vor dem Geberrad. Das Geberrad besteht aus einem ferromagnetischen Werkstoff, meist Stahl, damit die Zähne das Magnetfeld führen können. Am Kurbeltrieb ist es oft am Schwungrad oder direkt an der Kurbelwelle angebracht.
Der induktive Geber ist ein passiver Sensor: Er arbeitet wie ein kleiner Generator und braucht keine Versorgungsspannung. Er hat meist nur zwei Anschlüsse und oft eine Abschirmung.
4Geberrad und Signalbild
BasiswissenAm Kurbeltrieb wird meist ein Geberrad mit 60-2-Teilung verwendet: 60 gleichmäßige Zahnteilungen, von denen zwei Zähne fehlen. Jeder Zahn erzeugt eine Schwingung der Wechselspannung. An der Zahnlücke bleibt das Signal kurz aus, danach folgt ein etwas größerer Ausschlag. Daran erkennt das Steuergerät die Stellung der Kurbelwelle.
Probiere im Simulator verschiedene Drehzahlen und Luftspalte aus und vertausche zum Schluss die Anschlüsse.
Oszilloskop: 10 V/Div, 1 ms/Div. Das Signal wird in Zeitlupe weitergeschoben, die Werte entsprechen der eingestellten Drehzahl.
Die wichtigsten Zusammenhänge:
- Die Frequenz steigt mit der Drehzahl. Beim 60-2-Rad entspricht die Frequenz in Hertz ungefähr der Drehzahl in min⁻¹.
- Auch die Amplitude steigt mit der Drehzahl, von wenigen hundert Millivolt beim Starten bis zu vielen Volt bei hoher Drehzahl.
- Ein größerer Luftspalt macht das Signal kleiner. Beim Starten kann es dann für das Steuergerät zu schwach werden.
- Bei vertauschten Anschlüssen steht das Signal auf dem Kopf. Das Steuergerät wertet dann die falsche Flanke aus.
5Induktiver Geber oder Hallgeber?
BasiswissenBeide Sensoren messen Drehzahlen, unterscheiden sich aber grundlegend. Die Tabelle zeigt die Unterschiede, die in Werkstatt und Prüfung immer wieder gefragt werden.
| Merkmal | Induktiver Geber | Hallgeber |
|---|---|---|
| Prinzip | Induktion, misst die Änderung des Magnetfelds | Hall-Effekt, misst die Stärke des Magnetfelds |
| Versorgung | Keine nötig (passiv) | Benötigt Versorgungsspannung (aktiv) |
| Anschlüsse | Meist zwei, oft mit Abschirmung | Meist drei: Versorgung, Signal, Masse |
| Signalform | Sinusähnliche Wechselspannung, analog | Rechteck, digital |
| Signalhöhe | Steigt mit der Drehzahl | Konstant |
| Stillstand | Kein Signal | Erkennt die Position auch bei Drehzahl null |
| Vorteile | Einfach, robust, hitzefest, günstig, keine Elektronik | Genau auch bei sehr niedriger Drehzahl, eindeutiges Signal |
| Nachteile | Schwaches Signal beim Starten, empfindlich für Luftspalt und Störungen | Elektronik empfindlich gegen Überspannung und Verpolung |
| Prüfung | Spulenwiderstand, Wechselspannung, Oszilloskop | Versorgung und Signal messen, Oszilloskop |
Sinus, zwei Leitungen, Spannung steigt mit der Drehzahl: induktiv. Rechteck, drei Leitungen, funktioniert im Stillstand: Hall.
6Prüfen in der Werkstatt
BasiswissenWeil im induktiven Geber nur eine Spule steckt, lässt er sich mit einfachen Mitteln gut prüfen. Die Reihenfolge unten hat sich bewährt.
- Fehlerspeicher und IstwerteZeigt das Diagnosegerät beim Starten eine Drehzahl an? Welcher Fehlercode ist abgelegt, und ist er aktuell oder sporadisch?
- SichtprüfungSensorkopf auf Metallspäne und Beschädigung prüfen, Stecker auf Korrosion und Öl, Leitung auf Scheuerstellen. Metallabrieb haftet am Magneten und schwächt das Signal.
- Spulenwiderstand messenStecker abziehen und zwischen den beiden Signalpins messen. Typisch sind einige hundert bis etwa 1.500 Ω, maßgeblich ist der Herstellerwert. Unendlich heißt Unterbrechung, nahe null heißt Windungsschluss.
- Isolation gegen Masse prüfenVon jedem Pin gegen Gehäuse bzw. Fahrzeugmasse muss der Widerstand sehr hoch sein. Ein niedriger Wert deutet auf einen Masseschluss.
- Signal messenMultimeter auf Wechselspannung, Motor starten lassen: Es sollte eine Wechselspannung angezeigt werden, die mit der Drehzahl steigt. Aussagekräftiger ist das Oszilloskop, das auch einzelne fehlende Zähne und die Lücke zeigt.
- Luftspalt und Einbau prüfenSitzt der Sensor richtig und fest? Bei einstellbaren Sensoren den Luftspalt nach Herstellerangabe prüfen.
Beim Tausch auf die richtige Polarität der Anschlüsse achten. Und nicht bei laufendem Motor am Stecker messen, wenn dafür Leitungen aufgestochen werden müssen: Beschädigte Isolierungen sind später eine häufige Ursache für sporadische Fehler.
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BasiswissenFünf Fragen zu den Kapiteln 1 bis 6. Die Erklärung erscheint direkt nach deiner Antwort.
7Die Physik im Detail
Erweitertes WissenDas Induktionsgesetz
Für eine Spule mit N Windungen, die vom magnetischen Fluss Φ durchsetzt wird, gilt das Induktionsgesetz nach Faraday:
Beim Drehzahlgeber hängt der Fluss von der Stellung des Rades ab, also vom Drehwinkel φ. Über die Kettenregel lässt sich die Zeitableitung aufteilen:
Der magnetische Kreis
Warum ändert ein Zahn überhaupt den Fluss? Magnet, Kern, Luftspalt und Geberrad bilden einen magnetischen Kreis. Ähnlich wie beim ohmschen Gesetz gilt:
Eisen leitet das Feld mehrere tausendmal besser als Luft. Der magnetische Widerstand des Kreises wird deshalb fast nur von der Luftstrecke bestimmt. Steht ein Zahn vor dem Sensor, ist die Luftstrecke kurz und der Fluss groß. Steht eine Lücke davor, ist sie lang und der Fluss klein. Weil δ im Zähler steht, wirkt sich schon ein halber Millimeter mehr Luftspalt deutlich auf die Flussänderung und damit auf die Signalhöhe aus.
Frequenz des Signals
Rechenbeispiel aufklappen
Annahme: Spule mit N = 2.000 Windungen, die Flussänderung zwischen Zahn und Lücke beträgt ΔΦ = 2 µWb, Geberrad 60-2.
Bei 1.000 min⁻¹ dauert eine Zahnteilung 1 ms. Der Fluss ändert sich in etwa einer halben Teilung, also in rund 0,5 ms.
Mittlere Spannung während der Änderung: u ≈ 2.000 · 2 · 10⁻⁶ Wb / 0,5 · 10⁻³ s = 8 V
Beim Starten mit 200 min⁻¹ dauert dieselbe Änderung fünfmal so lang: u ≈ 1,6 V. Bei größerem Luftspalt sinkt ΔΦ, und die Startspannung kann schnell auf wenige hundert Millivolt fallen.
8Was die Signalhöhe beeinflusst
Erweitertes WissenDie Amplitude des induktiven Signals ist keine feste Größe. Für Diagnose und Auslegung muss man die Einflussgrößen kennen.
| Größe | Wirkung auf die Amplitude | Bedeutung in der Praxis |
|---|---|---|
| Drehzahl | Steigt etwa linear mit der Drehzahl | Kritischer Bereich ist der Start. Bei sehr hohen Frequenzen flacht der Anstieg wegen der Spuleninduktivität und der Leitungskapazität ab. |
| Luftspalt | Sinkt stark und nicht linear mit größerem Spalt | Falscher Einbau, lockerer Sensor, Lagerspiel oder Schlag des Geberrads verändern den Spalt und damit das Signal. |
| Zahngeometrie | Steilere Flanken ergeben schnellere Flussänderung | Beschädigte oder abgenutzte Zähne erzeugen einzelne kleinere Ausschläge. |
| Magnet | Schwächerer Magnet ergibt kleineres ΔΦ | Überhitzung oder starke Stöße können den Magneten schwächen. |
| Windungszahl | Mehr Windungen ergeben mehr Spannung | Konstruktiv festgelegt. Mehr Windungen erhöhen aber auch Widerstand und Induktivität. |
| Temperatur | Wicklungswiderstand steigt, Magnet wird leicht schwächer | Sporadische Aussetzer bei warmem Motor deuten oft auf eine angebrochene Wicklung. |
| Belastung | Der Eingangswiderstand des Steuergeräts belastet die Spule | Falsche oder zusätzliche Messgeräte können das Signal verfälschen. |
Ein zu kleines Signal ist nicht automatisch ein defekter Sensor. Luftspalt, Späne, Geberrad und Einbausituation sind mindestens genauso häufig die Ursache.
9Signalauswertung im Steuergerät
Erweitertes WissenDas Steuergerät muss aus einer Wechselspannung, deren Höhe zwischen einigen hundert Millivolt und vielen Volt schwankt, zuverlässig jeden einzelnen Zahn erkennen. Dafür nutzt es eine Auswerteschaltung mit mehreren Tricks.
Nulldurchgang als Zeitpunkt
Würde man den Zahn beim Überschreiten einer festen Spannung erkennen, verschöbe sich dieser Zeitpunkt mit der Amplitude: Bei großem Signal wird die Schwelle früher erreicht als bei kleinem. Der Nulldurchgang dagegen liegt immer an derselben Stelle, genau mittig vor dem Zahn. Deshalb dient er als exakter Zeitpunkt für die Winkelberechnung.
Schwelle zum Scharfschalten
Allein auf Nulldurchgänge zu achten wäre gefährlich, denn auch Rauschen kreuzt ständig die Nulllinie. Die Auswertung wird daher erst „scharfgeschaltet“, wenn das Signal eine Schwelle überschritten hat. Moderne Schaltungen führen diese Schwelle adaptiv nach, zum Beispiel als Bruchteil des letzten Spitzenwerts. So bleibt sie beim Starten niedrig genug für das kleine Signal und bei hoher Drehzahl hoch genug, um Störungen auszublenden.
Lückenerkennung
Das Steuergerät misst laufend die Zeit zwischen zwei Zähnen. An der Lücke des 60-2-Rads liegen zwischen zwei erkannten Nulldurchgängen drei Teilungen statt einer. Ist eine Periode etwa dreimal so lang wie die vorherige, ist die Lücke gefunden und die Winkelzählung wird synchronisiert.
Das Bild zeigt immer rund 1,3 Umdrehungen, die Zeitbasis passt sich der Drehzahl an. Starte mit 150 min⁻¹ und fester Schwelle, dann schalte auf adaptiv. Erhöhe danach die Störspannung.
Mehr als nur Drehzahl: Laufunruhe
Aus den Zeiten der einzelnen Zahnsegmente berechnet das Steuergerät die momentane Winkelgeschwindigkeit der Kurbelwelle. Jeder Verbrennungstakt beschleunigt die Kurbelwelle kurz. Fällt eine Verbrennung aus, fehlt diese Beschleunigung, das Segment dauert messbar länger. So funktioniert die gesetzlich vorgeschriebene Aussetzererkennung der On-Board-Diagnose. Damit das klappt, lernt das Steuergerät kleine Fertigungstoleranzen des Geberrads im Schubbetrieb an.
10Elektrische Anbindung und Störsicherheit
Erweitertes WissenDas Signal ist gerade beim Starten klein, während im Motorraum starke Störquellen arbeiten: Zündung, Einspritzventile, Generator und Starter. Die Leitungsführung ist deshalb Teil des Sensorsystems.
Differenzielle Auswertung
Beide Signalleitungen laufen bis ins Steuergerät, keine ist am Sensor mit Masse verbunden. Das Steuergerät wertet die Spannung zwischen den beiden Leitungen aus. Eine Störung, die auf beide Adern gleich einkoppelt, hebt sich dabei auf. Verdrillte Adern verstärken diesen Effekt.
Abschirmung
Viele Sensorleitungen sind zusätzlich von einem Schirm umgeben. Er wird in der Regel nur an einer Seite, meist am Steuergerät, auf Masse gelegt. Wäre er an beiden Enden mit Masse verbunden, könnte über den Schirm ein Ausgleichsstrom fließen, eine sogenannte Masseschleife, die selbst Störungen einkoppelt.
Polarität
Werden die Anschlüsse vertauscht, kehrt sich das Signal um. Das Steuergerät erkennt dann einen Nulldurchgang in die falsche Richtung, die Zahnerkennung verschiebt sich um etwa eine halbe Teilung, am 60-2-Rad also um rund 3° Kurbelwinkel. Je nach Steuergerät führt das zu verschobenen Zünd- und Einspritzzeitpunkten, zu Synchronisationsfehlern oder zu einem Motor, der nicht anspringt.
Bei Reparaturen an der Sensorleitung die Verdrillung und den Schirm wiederherstellen. Eine „freie“ Reparaturstelle ohne Schirm kann genau die sporadischen Störungen erzeugen, die man eigentlich beseitigen wollte.
11Anwendungen im Detail
Erweitertes WissenKurbelwellengeber mit Nockenwellenbezug
Die Kurbelwelle dreht sich pro Arbeitsspiel zweimal. Die Lücke im Geberrad erscheint deshalb zweimal pro Arbeitsspiel, das Steuergerät weiß allein daraus noch nicht, ob ein Zylinder im Verdichtungs- oder im Ausstoßtakt ist. Erst das Nockenwellensignal, häufig von einem Hallgeber, macht die Zuordnung eindeutig. Ohne Nockenwellensignal starten viele Motoren trotzdem, brauchen aber länger oder arbeiten mit Doppelzündung.
Passive Raddrehzahlsensoren für ABS
Ältere ABS-Systeme nutzen induktive Sensoren vor einem Zahnkranz an Radnabe oder Antriebswelle. Weil das Signal bei sehr langsamer Fahrt zu klein wird, arbeitet die Regelung erst ab einigen km/h zuverlässig. Stillstand und Drehrichtung erkennen sie nicht. Für Funktionen wie Berganfahrhilfe, Parkassistent oder elektrische Parkbremse wurden sie deshalb durch aktive Sensoren ersetzt.
Getriebedrehzahl
In Automatikgetrieben messen induktive Geber Eingangs- und Ausgangsdrehzahl an Zahnrädern oder Lamellenträgern. Das Getriebesteuergerät berechnet daraus Übersetzung und Schlupf und überwacht so Kupplungen und Bremsen im Getriebe.
Zündverteiler (historisch)
Transistorzündungen der 1970er- und 1980er-Jahre verwendeten im Zündverteiler einen induktiven Impulsgeber mit sternförmigem Rotor. Er ersetzte die Unterbrecherkontakte und löste die Zündung verschleißfrei aus.
Nadelbewegungsfühler beim Diesel
In manchen Einspritzdüsenhaltern sitzt eine Spule mit einem Druckbolzen, der sich mit der Düsennadel bewegt. Die Bewegung induziert einen Spannungsimpuls, aus dem das Steuergerät den tatsächlichen Spritzbeginn erkennt und regelt.
12Diagnose für Fortgeschrittene
Erweitertes WissenMit Oszilloskop und Widerstandsmessung lassen sich die meisten Fehler eindeutig zuordnen. Die Übersicht verbindet Beobachtungen mit ihren wahrscheinlichen Ursachen.
| Beobachtung | Mögliche Ursachen | Nächster Schritt |
|---|---|---|
| Kein Signal, Widerstand unendlich | Wicklung oder Leitung unterbrochen | Widerstand direkt am Sensor messen, dann Leitung zum Steuergerät |
| Kein Signal, Widerstand nahe 0 Ω | Windungsschluss, Kurzschluss zwischen den Adern | Sensor abgesteckt messen, Leitung auf Querschluss prüfen |
| Amplitude insgesamt zu klein | Luftspalt zu groß, Metallspäne, falscher Sensor, geschwächter Magnet | Einbau und Sensorkopf prüfen, mit Referenzsignal vergleichen |
| Einzelne Schwingungen kleiner | Beschädigter Zahn, Schlag oder Unwucht am Geberrad | Geberrad inspizieren, Rundlauf prüfen |
| Spitzen und Störungen im Signal | Schirm unterbrochen, Leitung nahe Zündkabeln, Masseschleife | Leitungsverlegung und Schirmanbindung prüfen |
| Signal steht auf dem Kopf | Anschlüsse vertauscht | Polarität nach Schaltplan korrigieren |
| Signal sauber, aber Plausibilitätsfehler | Geberrad verdreht oder falsch montiert, mechanischer Versatz zur Nockenwelle | Nach Kupplungs- oder Schwungradtausch Einbaulage prüfen, Steuerzeiten kontrollieren |
| Fehler nur bei warmem Motor | Angebrochene Wicklung, Übergangswiderstand im Stecker | Widerstand bei warmem Sensor messen, dabei an Leitung und Stecker wackeln |
Häufige OBD-II-Fehlercodes
P0335 bis P0339 betreffen den Kurbelwellen-Positionssensor A, zum Beispiel Stromkreis, Bereich oder Leistung und sporadisches Signal. P0016 und verwandte Codes beschreiben die Plausibilität zwischen Kurbel- und Nockenwelle. Auch Aussetzercodes (P0300 bis P0306) können auf ein gestörtes Kurbelwellensignal zurückgehen, weil die Aussetzererkennung auf der Segmentzeitmessung beruht.
Profitipps
- Signal immer auch direkt am Steuergerätestecker aufnehmen. Ist es dort gestört, am Sensor aber sauber, liegt der Fehler in der Leitung.
- Beim Startversuch messen, nicht nur im Leerlauf. Viele Fehler zeigen sich nur bei der kleinen Startamplitude.
- Kurbel- und Nockenwellensignal zweikanalig aufnehmen, um die Phasenlage zu prüfen.
- Nach dem Tausch von Kurbelwellengeber oder Geberrad die Anpassung der Geberradtoleranzen durchführen, falls der Hersteller das vorsieht. Sonst kann die Aussetzererkennung Fehlalarme auslösen.
✓Selbsttest Erweitertes Wissen
Erweitertes WissenSechs Fragen zu den Kapiteln 7 bis 12, auf Meister- und Technikerniveau.